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Artenförderungsprojekt Vögel
Wiedehopf, Kiebitz & Co. (0 m²)

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Im Januar 2019 wurde auf private Initiative und in ehrenamtlicher Arbeit ein Artenförderungsprojekt für 10 prioritäre Vogelarten (Alpensegler, Dohle, Eisvogel, Gartenrotschwanz, Kiebitz, Mauersegler, Mehlschwalbe, Turmfalke, Wendehals, Wiedehopf) in der Gemeinde Oberriet (SG) lanciert. Das Ziel des Projektes ist, dass diesen seltenen Vogelarten Brut- und Nistmöglichkeiten in geeigneten Lebensräumen zur Verfügung gestellt werden. Für einzelne Arten wird punktuell Lebensraum aufgewertet.
Grösstenteils sind keine Bruten dieser Arten in der Gemeinde Oberriet bekannt. Das Projekt muss als Pilotversuch betrachtet werden, da nicht bekannt ist, ob bei diesen Arten ein Druck besteht, neue Populationen zu gründen.
Das Projekt wird über 5 Jahre vom Projektteam betreut und mittels einer Erfolgskontrolle dokumentiert. Die ersten Brut- und Nistmöglichkeiten wurden für die Brutsaison 2019 bereitgestellt. Für die Brutsaison 2020 werden sämtliche geplanten Massnahmen umgesetzt.
Das Projekt wird von folgenden Institutionen und Firmen unterstützt:
- Kanton St. Gallen, Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF)
- Politische Gemeinde Oberriet
- Vogelwarte Sempach
- BirdLife St. Gallen
- Kanton St. Gallen, Rheinunternehmen
- Kanton St. Gallen, Melioration der Rheinebene
- Zweckverband Rheintaler Binnenkanalunternehmen
- Naturschutzverein Oberrieter Natur
- Verein Lebensraum Rheintal
- Ortsgemeinden: Oberriet / Holzrhode Kobelwald / Eichenwies / Montlingen / Kriessern / Berneck
- Jagdgesellschaften: Kanal-Rhein / Altstätten III
- Betonmann.ch GmbH, Oberriet
- Küpfer + Gäumann, Wichtrach
- Siegmund Sieber AG, Oberriet
- Hof Lindenmad, Kriessern
- Robert König AG, Oberriet
- Wälli AG Ingenieure, Heerbrugg

März 2020: Montage der Alpensegler-Kästen an einer Felswand, ca. 110m über dem Talboden.
März 2020: Die 4 Nistkästen für die Alpensegler wurden oberhalb der Dohlenkolonie montiert.
März 2020: Montage der Alpensegler-Kästen an ca. 40m hohen Silos durch Höhenarbeiter.
Medienbericht: Rheintaler, 18. April 2020
März 2020: Die Alpensegler suchen ihre Nistplätze in über 8m Höhe.
März 2020: Montage von künstlichen Nestern für die Mehlschwalben an einem privaten Einfamilienhaus. Das Kotbrett (Schutz von Verschmutzung) wird noch vor der Ankunft (Mitte April) der Mehlschwalben aus Afrika montiert.
Medienbericht: Rheintaler, 27. März 2020
März 2020: An einem klaren und fischreichen Fliessgewässer wurden vom Rheinunternehmen 2 natürliche Brutwände für eine mögliche Besiedlung durch den Eisvogel vorbereitet.
Der Eisvogel benötigt für die Nestanlage weichgründige Steilufer und Böschungsabrisse. In diese gräbt er eine 1 – 2 m lange Brutröhre. Zuhinterst wird eine 20 – 30 cm grosse Nistkammer erstellt in der er brütet und seine Jungen aufzieht. Bei genügend Nahrung kann er pro Jahr 2 – 3 Bruten mit je 6 – 7 Jungen aufziehen.
Durch unsere kanalisierten und begradigten Gewässer sind natürliche Steilufer und Abrisskanten völlig verschwunden.
März 2020: Vorbereitete Alpensegler-Nistkästen für die Montage an einer Felswand. Der Holzbeton-Nistkasten wird mittels einem verzinktem Stahlgerüst getragen und mittels einem hinterlüftetem Aluminiumblech vor der Sonneneinstrahlung geschützt.
März 2020: Der Kiebitz als Bodenbrüter benötigt bodenfeuchte Flächen mit kurzer und lückenhafter Vegetation. Mittels Pflug wird der Boden bearbeitet und vor der Brutsaison vegetationsfrei gemacht. Damit in den heissen Sommermonaten die möglichen Jungtiere genügend Nahrung und Wasser finden, wurde der Kiebitzacker neben einem Feuchtgebiet angelegt.
März 2020: Montage von künstlichen Nestern für die Mauersegler und Mehlschwalben auf einem Landwirtschaftsbetrieb.
Januar 2020: Montage von künstlichen Nestern für die Mauersegler und Mehlschwalben. Vor allem die Mauersegler benötigen hoch gelegene Brutplätze, damit sie sich beim Start fallen lassen und sofort Geschwindigkeit gewinnen können.
Bei den Mehlschwalben wurde nebst künstlichen Nisthilfen auch eine horizontale Holzleiste montiert, dies erleichtert den natürlichen Nestbau und stabilisiert das Nest. Auf dem Betriebsareal des Betonwerkes finden die Mehlschwalben bei den offenen Boden- und Feuchtstellen ideales Nestbaumaterial.
Die im November 2019 gelieferten Nisthilfen für Alpensegler (8 Stück), Dohlen (19 Stück), Turmfalke (1 Stück), Gartenrotschwanz (14 Stück) und Mauersegler (2 Stück à 3 Brutnischen).
An der Felswand Unterkobel haben im Jahre 2011 und 2012 je 3 Brutpaare der Dohlen in natürlichen Nischen im Fels gebrütet. Im Jahre 2013 wurden die ersten 6 künstlichen Nistkästen und im Jahre 2017 weitere 14 Nistkästen montiert. In der Brutsaison 2019 waren bereits sämtliche 20 Kästen belegt. Im Dezember 2019 wurden 10 weitere Nisthilfen durch Höhenarbeiter montiert.
Damit sich die Dohlenkolonie auch örtlich ausbreiten kann, wurden an der Felswand Wichenstein durch Höhenarbeiter 4 Nistkästen montiert.
Auch an der Felswand Kolbenstein wurden 5 Nistkästen für die Dohlen montiert.
Für den Wendehals wurden in typischen Lebensräumen total 27 Nistkästen montiert.
Der Kiebitz als Bodenbrüter benötigt bodenfeuchte Flächen mit kurzer und lückenhafter Vegetation. Die Melioration der Rheinebene hat die Drainagen in einer Teilfläche umgebaut, damit die Bodenfeuchte reguliert werden kann. Zusätzlich wurden für die heissen Sommerwochen zwei Trink- und Wasserstellen erstellt. Der Landwirt hat vor der Brutsaison den Boden maschinell bearbeitet und vegetationsfrei gemacht.
Am Rande einer bestehenden Feuchtfläche wurde der Boden maschinell bearbeitet und vegetationsfrei gemacht.
Die Nistkästen für den Wiedehopf wurden vom Projektteam selber gebaut. Es wurden drei Typen erstellt:
- Nistkästen aus hohlem Baumstamm mit Alublechabdeckung (freistehend)
- Nistkästen aus Dreischichtplatten mit Alublechabdeckung (freistehend)
- Nistkästen aus Dreischichtplatten für die Montage im Gebäude, z.B. Scheune
Zwischen Januar und März 2019 wurden 23 Nistkästen in typischen Lebensräumen des Wiedehopfes in Scheunen, Holzstapeln, Hecken und Steinmauern montiert bzw. aufgestellt.
Am 26. April 2019 wird das Projekt lanciert und sämtlichen involvierten Personen und den Medien vorgestellt.
Medienbericht: Rheintaler, 30. April 2019
Das Artenförderungsprojekt wird von einer grossen Anzahl an Institutionen und Firmen getragen.
2003 wurden von der Vogelwarte Sempach, Birdlife Schweiz und dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) 50 sogenannte Prioritätsarten definiert für die die Schweiz eine besondere Verantwortung trägt. Für 10 dieser Arten würden in der Gemeinde Oberriet ideale Lebensräume bestehen.
Diesen 10 prioritären Vogelarten sollen mit dem Artenförderungsprojekt in den nächsten Jahren Brut- und Nistmöglichkeiten in geeigneten Lebensräumen in der Gemeinde Oberriet zur Verfügung gestellt werden.
Januar 2019: Mit fachlicher Unterstützung diverser Experten wurde ein Massnahmen-Konzept für die 10 Arten ausgearbeitet. Auf einem Übersichtsplan wurden die geplanten Standorte dargestellt.
Fläche erstellt: 3. Januar 2020