DE FR IT

So geht Natur!

Inspirationen für Ihr Biodiversitätsprojekt!

Wir biodiversifizieren die Schweiz! Ob Privatperson oder Familie, ob Unternehmen, Schule, Landwirtschaftsbetrieb oder Gemeinde: Wir alle können einen wertvollen Beitrag leisten zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität. Lassen Sie sich inspirieren! Finden Sie heraus, was Sie an Ihrer Schule tun können für mehr Biodiversität; entdecken Sie, wie Sie Ihr Firmengelände naturfreundlicher gestalten Können. Erkunden Sie, was Ihre Organisation, Ihr Verein tun kann für Zauneidechse, Mönchsgrasmücke oder Wiesensalbei.
Igel Erinaceidae
Private/Familien
Unternehmen
Gemeinden
Organisationen
Schulen
Landwirtschaftsb.

    Einzelpersonen und Familien

    Lebendige Hecke: Sie haben eine Hecke aus fremdländischen Arten wie Kirschlorbeer und Tuja? Entfernen Sie einige Büsche und pflanzen Sie einheimische Sträucher wie Heckenrose oder Gemeiner Schneeball in die Lücken. Diese Arten blühen schön, bieten Tieren Nahrung und verzaubern den Garten im Herbst mit vielfältigen Farben. Führen Sie das Schnittgut nicht ab. Wenn Sie es zu Asthaufen zwischen den Büschen aufschichten, schaffen Sie Lebensräume für Igel und Insekten.

    Bunte Grünfläche: Sehr artenreich, attraktiv und pflegeleicht sind sogenannte Pionierstandorte auf Kies- oder Mergelböden an sonniger Lage. Es reichen ein paar Quadratmeter entlang der Hauswand, der Garage oder in anderen Winkeln und Ecken des Gartens. Harte Beläge oder nährstoffreiche Erde können entfernt und mit mindestens 25 Zentimetern Kies, Sand oder Mergel bedeckt werden. Saatgut erhalten Sie in den meisten Gärtnereien oder in der Landi.

    Wertvoller Ziergarten: Ersetzen Sie einen Teil der exotischen Pflanzenarten in Ihrem Ziergarten durch einheimische Arten. Diese bieten die besten Nahrungs- und Futterquellen für unsere Tiere. Es müssen nicht unbedingt teure Stauden sein: Säen Sie auf den frei gewordenen Flächen eine Wildblumenmischung aus. Artenreiche Samenmischungen aus bunten und attraktiven Schweizer Wildblumen und Wildgräser erhalten Sie in den meisten Gärtnereien oder in der Landi.

    Wilde Ecke: Eine kleine Wildnisecke mit Brennnesseln und Disteln bereichert den Garten. Solche Ecken sind Lebensraum und Nahrungsquelle für viele einheimische Schmetterlinge.

    Wohnraum für Untermieter: Sie können den nützlichen und attraktiven Wildbienen unter die Flügel greifen, indem Sie Wohnraum zur Verfügung stellen. Bauanleitung für Unterkünfte bietet die Wildbienen-Organisation wildBee.ch. Nistkästen für Vögel können an Bäumen oder am Haus befestigt werden.

    Summender Balkon: Im Prinzip können alle einheimischen Wild- und Kräuterpflanzen in Töpfen auf dem Balkon gezogen werden. Falls Sie wenig Platz haben, lohnt es sich, die vertikalen Flächen für Kletterpflanzen zu nutzen. Insekten werden sich freuen!

    Unternehmen

    Attraktive Visitenkarte: Ein naturnah gestaltetes Areal fördert das Image des Betriebs – die Repräsentation beginnt nicht erst im Empfangsbereich. Für grössere Um- oder Neugestaltungen empfiehlt sich die Expertise eines Naturgärtners oder Landschaftsarchitekten. Kleinere Projekte können aber durchaus durch die Mitarbeitenden selbst durchgeführt werden. Dazu gehört beispielsweise das Anlegen einer Hecke mit einheimischen Gehölzen oder das Pflanzen von Hochstamm-Obstbäumen oder Eichen.

    Bunte Lebensräume: Grosses Aufwertungspotenzial gibt es meist bei bestehenden Grünflächen. Eine bunte Magerwiese oder locker bepflanzte Pionierstandorte sind attraktive (und pflegeleichte!) Lebensräume für unzählige Arten. Es reichen ein paar Quadratmeter entlang der Hauswand, der Garage oder in anderen Winkeln und Ecken des Gartens. Harte Beläge oder nährstoffreiche Erde können entfernt und mit mindestens 25 Zentimetern Kies, Sand oder Mergel bedeckt werden. Saatgut erhalten Sie in den meisten Gärtnereien oder in der Landi.

    Blaue Wunder: Weiher sind tolle Natur- und Erlebnisräume, vor allem wenn sie in eine naturnahe Umgebung mit Kies- oder Sandflächen, Wildblumenwiesen, Natursteine aus der Region und Totholzelemente eingebunden sind. Bereits nach kurzer Zeit werden sich zahlreiche Arten einstellen. Vergessen Sie Sitzgelegenheiten für die Mitarbeitenden nicht!

    Erholung pur: Oft fliesst in unmittelbarer Umgebung von Firmengeländen ein Bach. Versuchen Sie zusammen mit Partnern (Gemeinde, Kanton, Landbesitzer) das Gewässer zu renaturieren und einen möglichst naturnahen Zustand wiederherzustellen. Sie schaffen so ein tolles Naherholungsgebiet.

    Grüne Dächer: Viele Firmen verfügen über ein Flachdach. Klären Sie ab, ob sich das Dach für eine Begrünung eignet. Oft entstehen hier wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Insekten.

    Lebendige Fassade: Eine begrünte Fassade sieht nicht nur freundlich aus, sie dämpfen auch den Strassenlärm sowie starke Temperaturschwankungen. Kletterpflanzen bieten Vögeln Nist- und Versteckmöglichkeiten.

    Gemeinden

    Vielfältige Möglichkeiten: Als Grundeigentümerin, als Planungs- und Bewilligungsbehörde und mit ihrer Nähe zur Bevölkerung verfügen Gemeinden über vielfältige Möglichkeiten, die Artenvielfalt innerhalb und ausserhalb der Siedlung zu fördern.

    Aufwertungspotenzial nutzen: Gemeinden verfügen über zahlreiche Gebäude und Anlagen, die sich naturnah gestalten lassen (z.B. Parkanlagen, Friedhöfe, Schul- und Spielplätze, Verkehrsteiler, Kreisel, Parkplätze, Wege, Zufahrten und Strassenbegleitflächen). Wildhecken, Obstbäume, Ruderalflächen, Steinhaufen und sogar kleine Gewässer sind nur einige der Elemente, durch die eine Gemeinde vielfältiger und schöner wird. Durch eine Vorbildfunktion und durch Information und Beratung der Bevölkerung können Gemeinden massgeblich zu einer vielfältigen Umgebung beitragen.

    Flächen vernetzen: Gemeinden, Landwirte und Naturschutzorganisationen können gemeinsam ein Vernetzungsprojekt lancieren und so die Bedingungen für die regionaltyischen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten gezielt verbessern. Mit Hecken, extensiv genutzten Wiesen oder Brachen lassen sich beispielweise Verbindungswege und Trittsteine schaffen.

    Ökologisch verpachten: Eine Gemeinde kann die Bewirtschaftung ihrer Wald- und Landwirtschaftsgüter so steuern, dass Lebensräume von seltenen Arten erhalten oder neue Strukturen und Habitate geschaffen werden.

    Organisationen (z.B. Wohnbaugenossenschaften, Vereine)

    Flächen aufblühen lassen: Vereine und Organisationen verfügen oft über eigenes oder gepachtetes Land. Einzelne Bereiche, Ecken oder Flächen lassen sich mit wenig Aufwand naturnah gestalten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hecken, Einzelbäume, Asthaufen, Blumenwiesen und kleine Wasserflächen bereichern das Gelände. Ein paar Steinhaufen mit Hohlräumen an gut besonnter Lage locken Schmetterlinge, Schnecken, Igel und Eidechsen an. Asthaufen werden von Wildbienen, Käferlarven, Reptilien und von Igeln geschätzt, die hier Unterschlupf finden.

    Initiative ergreifen: Finden Sie, dass es zu wenig Natur in Ihrer Gemeinde oder Wohnumgebung hat? Ergreifen Sie die Initiative und schlagen Sie verschiedene Massnahmen vor. Packen Sie tatkräftig mit an!

    Unterstützung anbieten: Fragen Sie beim lokalen Naturschutzverein oder bei Landwirten an, ob sie Unterstützung bei der Renaturierung oder Pflege von Flächen benötigen. Die Unterstützung durch lokale Vereine ist absolut willkommen!

    Schulen

    Kinder brauchen Natur: Naturnah gestaltete Schulareale bieten Lebensräume für viele einheimische Tier- und Pflanzenarten. Zugleich sind sie spannende Erlebnisräume für Kinder, die hier sinnliche Naturerfahrungen sammeln können.

    Druck machen: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern oder andere engagierte Privatpersonen können eine Petition «Naturnahe Neugestaltung des Schulareals» lancieren.

    Lebendige Schule: Eine naturnahe und kindergerechte Schulumgebung basiert auf Vielfalt (verschiedene Nischen, Sitzgelegenheiten, Wegnetze, Möglichkeiten zur Naturerfahrung und Gestaltung). Das geschickt arrangierte Nebeneinander von Kies- und Wiesenflächen, Stein- und Asthaufen, Licht- und Schattenplätzen, trockenen und feuchten Standorten schafft ideale Lebensbedingungen für viele heimische Tier- und Pflanzenarten.

    Planen und realisieren: Während einer Projektwoche sollen Schülerinnen und Schüler Ideen entwickeln, Modelle bauen und Pläne zeichnen. Vor der Umsetzung einzelner Projekte gilt es, Sponsoren zu suchen – eine wichtige Erfahrung für die Kinder und Jugendliche.

    Hilfe anfordern: Kleinere Gestaltungsarbeiten (z.B. Wildhecken, Kleinstrukturen) lassen sich auch zusammen mit den Werkhof-Mitarbeitenden oder mit dem Hauswart umsetzen und über das ordentliche Budget der Gemeinde oder mit Projektbeiträgen aus der Schulkasse finanzieren.

    Ein Weiher für die Schule: Vielleicht eignet sich ein Standort sogar für den Bau eines Weihers oder eines temporären Gewässers? Die lokale Naturschutzorganisation oder Experten der Koordinationsstelle für Amphibien und Reptilienschutz (karch) beraten Sie gerne. Ein Weiher bietet nicht nur Amphibien wertvolle Lebensräume, sondern bietet auch interessante Beobachtungsobjekte für den Schulunterricht.

    Landwirtschaftsbetriebe

    Sichtbare ökologische Bemühungen: Aufwertungsmassnahmen auf dem Betrieb sind nicht nur ökologisch, sondern auch betriebswirtschaftlich sinnvoll. Zudem erfüllen die Landwirte und Landwirtinnen die Erwartungen der Bevölkerung, wenn sie die Landschaft erblühen lassen.

    Bunte Zeichen setzen: Es gibt unzählige Aufwertungsmassnahmen: Hochstamm-Obstbäume oder eine Hecke pflanzen, eine Blumenwiese oder eine Buntbrache ansäen, eine feuchte Stelle der Natur überlassen oder sogar etwas vergrössern, Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen anlegen. Aufwändiger sind Massnahmen wie einen Bach auszudolen, eine Trockenmauer zu erstellen oder einen Weiher anzulegen. Für solche Projekte kann man sich aber durchaus Hilfe und Unterstützung beim lokalen Naturschutzverein, der Gemeinde oder dem Kanton holen.

    Ökologische Qualität erreichen: Für Aufwertungsmassnahmen ist es wichtig, Standorte zu wählen, die sowohl aus Biodiversitäts- als auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht geeignet sind. Aus Biodiversitätssicht sind magere, trockene oder feuchte Flächen, die gut besonnt sind, optimal, um eine hohe ökologische Qualität zu erreichen.

    Mehr Flächen mit Qualitätsstufe II: Wieso nicht für die Mehrheit der Biodiversitätsförderflächen die Qualitätsstufe II anstreben? Beispielsweise durch die Ansaat einer Blumenwiese oder die Pflege einer Hecke. Regionales Saatgut für die Direktbegrünung vermittelt die Plattform regioflora.ch.

    Sich an Vernetzungsprojekten beteiligen: Diese haben zum Ziel, ein räumliches Netzwerk aus verschiedenen wertvollen Lebensräumen in der Kulturlandschaft zu schaffen. Je mehr Bauern in Vernetzungsprojekten mitmachen und je mehr Flächen sie nach den Vorgaben des Vernetzungsprojekts bewirtschaften, desto stärker wird die Biodiversität gefördert. Die Leistungen werden übrigens mit zusätzlichen Beiträgen belohnt.